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Reformationstag

Heute ist Reformationstag - zum Glück ist der in Sachsen auch noch Feiertag. So verlebten wir einen ruhigen Morgen zuhause. Gegen 14.00 Uhr fuhren wir gemeinsam zum Gottesdienst. Vorher gabs aber ersteinmal reichlich Diskussion zuhause, denn zwei nserer Kinder wollten nicht mit. Sowas kennen wir bislang nicht. unsere Kinder sind von ganz klein auf mit in den Gottesdienst gegangen und sobald wir sie für alt genug hielten, gingen sie in den Kindergottesdienst - und das taten sie immer gerne! Mit Mühe und Not konnten wir sie überzeugen mitzukommen und hofften ingeheim auf einen Kindergottesdienst. Nun war das kein kleiner Dorfgottesdienst am heutigen Reformationstag, sondern die Vereinigungsfeier für ein großes Kirchspiel und damit ein langer Gottesdienst mit Posaunen und Kantorei und allem, was dazugehört. Nur, einen Kindergottesdienst gab es nicht (obwohl dafür durchaus genug Kinder dagewesen wären). Was war das für ein Maulen bei den Kindern! Also, von der Predigt hab ich definitiv nichts mitbekommen, da ich mit den zwei Kleinen zu tun hatte, die permanent redeten und Spirenskens machten. Wer mag es ihnen nachsehen, denn auf Familien war der Gottesdienst nicht unbedingt zugeschnitten.
Gesessen haben wir oben auf der Empore, damit die Kinder wenigstens zwischendurch was sehen konnten. Gesangbücher gab es keine mehr. Offensichtlich waren wir zu spät gekomen und auf eine so große Gottesdienstgemeinde hatte man sich wohl nicht eingestellt (immerhin war die Kirche ja fast halb voll wärend fünf Kirchgemeinden sich das "Ja-Wort" gaben!!!). Also lauschten wir dem Gesang mehr, als das wir mitsingen konnten. Dann vergaß man glatt auf der gesamten Empore die Kollekte einzusammeln (Vielleicht meinte man ja, daß der Chor mit seinem Gesang schon genug gegeben hätte?). Unsere Kinder, die von mir alle ihre drei Taler bekommen hatten waren empört, ein zweites Mal vergessen worden zu sein und nutzten dann den Rest des Gottesdienstes dazu, um kräftig mit ihrem Geld rumzuspielen. Zu diesem Zeitpunkt gingen wir noch davon aus, daß unten am Ausgang auch noch eine Möglichkeit sei, die Kollekte abzugeben.
Vom ganzen Gottesdienst habe ich nur mitbekommen, daß er musikalisch ganz nett gestaltet war, was ja auch nicht anders zu erwarten ist, wenn der KMD sich dafür mit seinen Chören ins Zeug legt. Am Ende, nach knap eineinhalb Stunden, blieb ein fahler Geschmack und eine gehörige Portion Wut im Bauch.

Es war nicht der erste Gottesdienst, der uns nur enttäuscht den Kopf schütteln lies. Oft genug haben wir den Eindruck, es würde mit Nachdruck alles Mögliche unterlassen, um ja keine lebendigen Gottesdienste und junge Gottesdienstbesucher (geschweige denn ganze Familien) in die Kirche zu bekommen. Kindergottesdienst gibt es offenbar nur noch in wenigen vereinzelten Gemeinden und die wenigen Menschen, die wir bislang in den Gottesdiensten antrafen, waren zum größten Teil doppelt so alt wie wir oder drüber. Aber um diesen kläglichen Rest nicht auch noch zu vergraulen scheint man dann doch lieber am bestehenden festzuhalten, anstatt sich auf modernere Experimente einzulassen. "Die Beharrungskräfte..."

Am Ende des Tages bleibt mir nur zu rufen:"Kyrie eleison - Herr erbarme dich!"

Nachtrag: Bin beim Stöbern in div. Blogs eben hier hängen geblieben. Paßt irgendwie.

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"Wer heute (...) in Deutschland etwas wirklich Revolutionäres, völlig Ausgeflipptes und absolut Waghalsiges machen will, der sollte albernen Extremsport vergessen und heiraten.
Er sollte zwei Jahrzehnte seines Lebens in die Zukunft investieren, die Ärmel hochkrämpeln und mehrere Kinder großziehen - und zwar erhobenen Hauptes, bitteschön!"

Dr. Peter Aschoff

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(8, 6 Jahre und eine halbes Jahr alt)
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